Kapitel 11: Bombenstimmung
“Kanadisch für Spione” wird als Fortsetzungsroman in der unsichtbaren Bibliothek veröffentlicht. Dies ist bereits der sechsunddreißigste Teil. Wenn Du die Geschichte von Anfang an lesen möchtest, dann klicke bitte hier.
Kapitel 11: Bombenstimmung

Teil 36 von Kanadisch für Spione
Nein, so kurz vorm Ziel ließ er sich nicht das Heft aus der Hand nehmen. Der lang ersehnte Erfolg war nur wenige hundert Meter entfernt. Dort drüben auf dem Rollfeld stand das Flugzeug aus Paris mit dem Chinesen an Bord. Dort drüben war die gefälscht Ikone und scheiße, Cyrillus war ihm egal, wenn er den Chinesen bekommen konnte. Der Haftbefehl lag doch vor! Nun, er mochte nicht in Kanada gültig sein, aber so lange der Chinese nicht den Zoll passierte, war er nicht in Kanada. Diese Untätigkeit, diese aufgestaute Tatkraft, jetzt war die Zeit zu Handeln und nicht zum Überwachen. Meier schnaubte tief durch.
„Alles in Ordnung, Chef?“, fragte Gruber.
„Ja, ja, wieso?“
„Sie laufen murmelnd und zähneknirschend herum und haben eben den Mülleimer dort zertreten.“
„Hab ich das?“, fragte Meier. Nun, vielleicht war es Zeit für noch eine Tablette.
„Da, da ist der Scheißkerl!“
Gruber sah seinen Chef bekümmert an und wischte sich die Spucke von der Backe. Ob März wohl mit ihm den Platz tauschen würde? Meier war heute unerträglich.
„Nun tun Sie doch was! Tun Sie endlich was!“
Aber der Bildschirm zeigte nur weiterhin den Chinesen, der am Gepäckband stand. Wenn die kanadische Polizei vor Ort war, hielt sie sich dezent im Hintergrund.
„Ach, es ist nicht zum Aushalten“, sagte Meier und sprang auf. Mit großen, wippenden Schritten ging er zur Tür, um… Ja, um selbst den Flughafen zu stürmen und den Chinesen ein und für alle mal dingfest zu machen.
Die Tür war abgeschlossen.
„Scheiße, scheiße, scheiße“ und mit jedem Wort aus der Fäkalsprache trat Meier gegen die Tür. Davon wachte nun auch März wieder auf, der selig vor dem Überwachungsmonitor eingeschlafen war.
„Ziemlich großer Koffer, den der Chinese da versucht, vom Gepäckband zu holen“, brachte März unter einem Gähnen hervor.
„Was? Zeigen Sie mal“, sagte Meier und stürmte zum Monitor.
Der Koffer! Ja, der Koffer würde alle Geheimnisse offenbaren. Der Koffer war der Schlüssel zu seinem Durchbruch. Die Ikone war in dem Koffer, geheime und belastende Unterlagen waren im dem Koffer, der Weg aus dem Kellerbüro war in dem Koffer, der Koffer würde ihm seine ehemals große Liebe Sandy wiederbringen, der Koffer würde den, nun ja, Doktor aus seinem Leben verschwinden lassen. Oh, er brauchte noch eine Tablette, um klarer denken zu können. Der KOFFER.
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