Kanadisch für Spione
“Kanadisch für Spione” wird als Fortsetzungsroman in der unsichtbaren Bibliothek veröffentlicht. Dies ist bereits der siebenundzwanzigste Teil. Wenn Du die Geschichte von Anfang an lesen möchtest, dann klicke bitte hier.
Kanadisch für Spione (Fortsetzung)

Teil 27 von Kanadisch für Spione
Doppel-M lag ganz entspannt in seinem Bürostuhl. Er hatte die Lehne nach hinten geklappt und die Füße auf den Konferenztisch gelegt. Er streckte die Arme über den Kopf, gähnte und atmete tief durch. Es roch nach neuem Teppich. Kein flackerndes Licht. Kein bedrohliches Knacksen eines durchgesessenen Stuhls.
„Wir haben ein Gespräch abgefangen.“
„Ging es schon wieder um die verdammte Katze?“
„Nein. Dieses Mal ging es um Donuts. Und um eine Übergabe morgen in Montreal.“
Meier hob den Kopf, was seine derzeitige liegende Position ins Ungleichgewicht brachte. Mit einem lauten RUMPS saß er unter dem Konferenztisch, hielt sich den schmerzenden Kopf und fragte:
„Hat Cyrillus einen Flug gebucht?“
„Ja, für kommende Nacht. Einen Nachtflug mit der Lufthansa, Direktflug nach Montreal. Sie kommt übermorgen in den frühen Morgenstunden an.“
Gerissen. Frech. Zeitlich gut geplant. Oh, Cyrillus war wirklich ein Profi.
„Buchen sie uns einen Flug früher. Machen Sie mir einen Termin mit dem Direktor. Und setzen sie ein Auslandstraining an.“
Beim Versuch aufzustehen, stieß sich Meier erneut den Kopf an der Tischplatte.
„Montreal, nicht Genua. Montreal, nicht Genua“, murmelte er vor sich hin.
„Nein, sie müssen die Lippen runder machen.“
„Mompreal.“
„Schauen Sie auf meine Lippen. Mit mehr Gefühl. Versuchen Sie es einmal mit – Je t’aime.“
Volle, rote Lippen. Je t’aime.
„Sche tämm.“
„Noch mal, achten Sie auf meine Lippen. Mit mehr Gefühl, mehr Melodie.“
Als sich die Sprachlehrerin zu März herunterbeugte, fiel ihm auf, wie knapp ihre Bluse saß.
„Schä ämt.“
„Ich spreche es Ihnen ins Ohr. Hören Sie genau hin.“
„Je t’aime.“
Ihre Lippen kitzelten an März rechtem Ohr.
Oh, er stand auf kurze Röcke und lange Beine.
„Je aime.“
„Ja, gut. Noch mal. Je t’aime.“
Wieder das verführerische Kitzeln am Ohr.
Die Hände des Dünnen zitterten, als er die Telefonnummer des Chinesen wählte. Als wäre es nicht schon schlimm genug, ging Mr. Smith ans Telefon.
„Ja?“
„Der Kunde hat die Übergabe bestätigt. Allerdings hat sie den Ort geändert.“
„Ja?“
„Die Übergabe findet, nun ja, am Flughafen von Montreal statt.“
„Montreal, Kanada?“
„Ja, bereits übermorgen in der Früh.“
„Wir nehmen den Abendflug über Paris. Erwarten Sie weitere Anweisungen.“
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