Mrz
10
2010

Ready for Take-off

“Kanadisch für Spione” wird als Fortsetzungsroman in der unsichtbaren Bibliothek veröffentlicht. Dies ist bereits der neunundzwanzigste Teil. Wenn Du die Geschichte von Anfang an lesen möchtest, dann klicke bitte hier.

Kapitel 9: Ready for Take-off

Teil 29 von Kanadisch für Spione

Teil 29 von Kanadisch für Spione

Meier faltete seine Hemden mit Hilfe eines speziellen Faltbrettes, so dass sie zusammengefaltet alle exakt die gleiche Größe hatten. Vorsichtig legte er immer zwei Hemden nebeneinander in den Koffer. Er unterbrach seine Arbeit kurz, um aus dem Fenster seines Appartements zu schauen. So war es auch an dem Abreisetag nach Genua gewesen. Leichte Bewölkung, die Sonne brach sich immer wieder den Weg und schien in sein Zimmer. Positiv denken, Meier! Dies hier war nicht Genua. Dieses Mal war es der große Durchbruch. Wibald war gar nicht an der Sache beteiligt. Nur er, März und Gruber. Nun, auch dieser Gedanke hinterließ eine merkwürdige Unruhe und ein beklemmendes Gefühl in seiner Brust. März und Gruber. Prinz Eitel und Klops fettig. Was hatte der, nun ja, Doktor noch gleich gesagt? Tief durchatmen, positiv denken. Meier griff sich an seine Brusttasche seines Hemds. Die, nun ja, Tabletten hatte er dabei, nur für den Fall. Und nur für den Fall nahm er schon mal zwei.

Jeremias März setzte sich seine extra für Montreal neu erworbene Sonnenbrille auf, schlug den Kragen seines beigen Trenchcoats hoch und griff nach dem silbern glänzenden Metallkoffer. Er betrachte sich noch kurz im Spiegel bevor er ging. Irgendetwas fehlte. Seine Dienstwaffe. Die verräterische Beule unter dem Jackett. Seine lässigen Bewebungen werden auf der linken Seite durch das Revolverhalfter beeinträchtigt. Ja, der Tiger war gefährlich. Schade nur, dass er keine Dienstwaffe hatte. Um dieses Manko auszugleichen, schob sich März eine Socke in die Unterhose und ging betont breitbeinig aus seiner Haustür.

Auf dem Weg zum Fluggate befiel Meier eine unbestimmte Angst. War es der lange Flug, der vor ihm lag? Die Angst wieder zu versagen? War er überhaupt auf dem richtigen Weg? Im Flughafen sah jeder Gang gleich aus. Es war beklemmend heiß, die Klimaanlage sorgte für eine trockene, künstliche, heiße Luft. Es schürte ihm den Hals zu, dieses nach Plastik und abgestandenen Innenraum riechende Klima. Ohne weiter nachzudenken, bog Doppel-M von seinem Weg zum Gate ab und verließ den eigentlichen Fluggastbereich durch eine Notausgangstür. Dahinter befand sich eine Art Versorgungsgang, schmutzige, gelbes Licht umfing ihn. Nun war er noch umschlossener als auf dem breiten Gang zuvor. Meier schluckte trocken, sein Hals schmerzte. Er nahm noch eine der Tabletten. Nein, besser, nochmals zwei.

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